Der Zoo in Singapur ist bekannt für seine offene
Architektur, dort gibt es wenige Zäune und alle Tiere sind möglich durch
natürliche Barrieren (Wasserläufe, Gräben) von den Besuchern getrennt. Nun
wollten wir den nächsten Level erreichen, gar keine Zäune, gar kein Zoo. Wir waren
an der Grenze des Naturreservats Gunung Leuser und dort ist einer der
artenreichsten Orte dieser Welt. Hier gibt es Orang Utans, Tiger, Elefanten,
Kobras, Warane uvvvvvm… Haben wir natürlich nicht alles gesehen, aber es war schon
spannend zu wissen was theoretische zu Gesicht bekommen könnte.


Am Mittwoch (30.04.) in der Früh um 8:50 sind wir von
Singapur nach Medan geflogen und wurden dort von unserem Shuttle abgeholt. Die
Strecke von 130km zu unserer Unterkunft haben wir in schlappen 4 Stunden hinter
uns bekommen. Der Verkehr in Singapur ist schon gewöhnungsbedürftig aber
Indonesien war echt krass. Es wird dort gefahren wo Platz ist und wenn Platz
auf der Gegenspur ist dann fährt man auf der Gegenspur, komme was wolle. Nach
besagten 4 Stunden sind wir dann in Bukit Lawang angekommen. Das sah alles sehr
herunter gekommen und weiß Gott nicht einladend aus. Dann hatten wir jedoch noch
15 min Fußmarsch vor uns. Da dort die Straße endete und es nur einen kleinen
Trampelpfad entlang des Flusses gibt. Zum Glück fragte mich unser Hotelier,
Guide oder wie man Ihn auch nennen mag, ob ich nicht hinten auf Moped sitzen
wolle und mit ihm mitfahren will. Gefragt, getan. Wir knatterten den Fluss
entlang und kamen endlich bei „Sams Bungalows“ an. Eine wunderschöne Terrasse
mit Bar und Blick auf den Dschungel. Nachdem wir geklärt hatten welche Zimmer zu beziehen sind, wann die
Dschungeltour ansteht und was wir als Ausrüstung brauchen, nahmen wir noch ein kleines Abendmahl. Zeitig sind wir ins Bett, die große Dschungelprüfung stand am nächsten Tag an.



Um ca. 9 Uhr in der Früh machten wir uns auf den Weg. Zunächst ging über die Brücke und dann passierten wir das Grenzschild zum Gunung Leuser National Park. Und kaum die ersten Schritte gelaufen kamen uns schwärme von Moskitos entgegen. Aber gut vorbereitet wie wir waren hatten die Mücken kein Spaß mit uns. Wir haben horrende Gelder in diverse Anti-Mücken-Mittel investiert und haben daher kaum etwas abbekommen. Natürlich ist es dort auch relativ warm, hohe Luftfeuchte und es geht kein Luftzug. Somit war ich binnen Minuten von Kopf bis Fuß nass geschwitzt. Unsere erste Begegnung mit heimischem Getier waren Riesenameisen die rund 3-4 cm lang sind aber sehr friedlich waren. Dann bekamen relativ bald die ersten Orang Utans zu Gesicht und die sehen tatsächlich aus wie auf dem Foto oder im Zoo. Ein paar schreiende Gibbons schwangen von Baum zu Baum und touristisch-naturverliebt beobachteten wir das treiben. Nach gefühlt Hunderten auf und abstiegen kamen wir in direkten Kontakt mit den Orangs. Obwohl sich die Guides und Einheimischen sehr viel Mühe geben die Tiere nicht zu Füttern, wissen die Orangs das wir essen bei uns haben. Somit packte eine Orang-Dame eine Freundin am Arm und ließ erst wieder los als die Guides ihr eine Banane zuwarfen. Nach dem kleinen Nervenkitzel stiegen wir weiter über Stock in Stein im Dschungel bis wir das Revier eines verhältnismäßig aggressiven Affen umrundet hatten. Auf einer kleinen Anhöhe gab es dann Mittagessen. Irgend so ein Nasi Goreng Zeug, was sehr sehr fein war. Frisch gestärkt haben wir dann die weiteren 3 Stunden Fußmarsch angetreten. Am Camp angekommen war ich echt am Arsch, 6 Stunden Berg auf, Berg ab durch den Schlamm mit diversen Tarzan-Klettereinlagen.



Das Camp waren mehrere Holzverschläge mit Planen abgedichtet, aber das wars dann auch. Wobei ich mir auch etwas bescheuert vorgekommen wäre, mitten im Dschungel comfort zu genießen. Es blieb authentisch und das war auch gut so. Eine kleine Hütte diente als Küche mit offener Feuerstelle. Am Abend gab es dann indonesischen Dschungelfrass, welcher wirklich unglaublich gut schmeckte. Nachdem wir ausführlich unterrichtet wurden, was jetzt "very spicy", " really spicy" und "fucking spicy" war, schlungen wir im Kerzenschein das Essen herunter. Mit wissenschaftlicher Intention welches Gefühl im Mund bei "fucking spicy" wohl herrscht, wagte ich mich an besagte Kost. Es war sehr, sehr lecker aber das "fucking" war bei Gott nicht übertrieben. Jeglicher Besuch auf dem Abort sollte mich an den folgenden Tagen an dieses grandiose Mahl erinnern. Eine unruhige Nacht auf dem Holzboden und schmerzenden Gliedern steigerte nur die Vorfreude auf den alten LKW-Reifen den Fluss hinunter zu fahren. Davor noch ein kleiner Abstecher zu einem kleinen Wasserfall und dann machten wir uns langsam auf die Reise. Die 45 min Fahrt auf dem Fluss zurück zu Sams Bunglows waren unglaublich. Es war eine Schlucht mitten im Dschungel, links und rechts gingen die dschungel-bewachsenen Abhänge nach oben und boten ein Panorama das ich für lange Zeit wohl nicht mehr sehen werde. Das war sehr, sehr beeindruckend.

Wieder zurück bei Sam (Wir wissen nicht wer Sam ist, haben ihn nie gesehen, aber unsere Unterkunft hieß so), hatten wir dann noch zwei Tage um zu entspannen. Wir schlenderten durch den kleinen Ort und saßen Abends auf der Terrasse um uns bei Kartenspielen wie Busfahrer oder Ring of Fire zu messen. Grandioses Essen gab es immer und das auch noch echt extrem günstig.
Dauer: Mittwoch 30.04. bis Sonntag 04.04.Flugzeit: 1 std 30 minKostet: ca 220€
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