Samstag, 10. Mai 2014

Bukit Lawang (Indonesien/Sumatra)

Der Zoo in Singapur ist bekannt für seine offene Architektur, dort gibt es wenige Zäune und alle Tiere sind möglich durch natürliche Barrieren (Wasserläufe, Gräben) von den Besuchern getrennt. Nun wollten wir den nächsten Level erreichen, gar keine Zäune, gar kein Zoo. Wir waren an der Grenze des Naturreservats Gunung Leuser und dort ist einer der artenreichsten Orte dieser Welt. Hier gibt es Orang Utans, Tiger, Elefanten, Kobras, Warane uvvvvvm… Haben wir natürlich nicht alles gesehen, aber es war schon spannend zu wissen was theoretische zu Gesicht bekommen könnte.

Am Mittwoch (30.04.) in der Früh um 8:50 sind wir von Singapur nach Medan geflogen und wurden dort von unserem Shuttle abgeholt. Die Strecke von 130km zu unserer Unterkunft haben wir in schlappen 4 Stunden hinter uns bekommen. Der Verkehr in Singapur ist schon gewöhnungsbedürftig aber Indonesien war echt krass. Es wird dort gefahren wo Platz ist und wenn Platz auf der Gegenspur ist dann fährt man auf der Gegenspur, komme was wolle. Nach besagten 4 Stunden sind wir dann in Bukit Lawang angekommen. Das sah alles sehr herunter gekommen und weiß Gott nicht einladend aus. Dann hatten wir jedoch noch 15 min Fußmarsch vor uns. Da dort die Straße endete und es nur einen kleinen Trampelpfad entlang des Flusses gibt. Zum Glück fragte mich unser Hotelier, Guide oder wie man Ihn auch nennen mag, ob ich nicht hinten auf Moped sitzen wolle und mit ihm mitfahren will. Gefragt, getan. Wir knatterten den Fluss entlang und kamen endlich bei „Sams Bungalows“ an. Eine wunderschöne Terrasse mit Bar und Blick auf den Dschungel. Nachdem wir geklärt hatten welche Zimmer zu beziehen sind, wann die
Dschungeltour ansteht und was wir als Ausrüstung brauchen, nahmen wir noch ein kleines Abendmahl. Zeitig sind wir ins Bett, die große Dschungelprüfung stand am nächsten Tag an.
Um ca. 9 Uhr in der Früh machten wir uns auf den Weg. Zunächst ging über die Brücke und dann passierten wir das Grenzschild zum Gunung Leuser National Park. Und kaum die ersten Schritte gelaufen kamen uns schwärme von Moskitos entgegen. Aber gut vorbereitet wie wir waren hatten die Mücken kein Spaß mit uns. Wir haben horrende Gelder in diverse Anti-Mücken-Mittel investiert und haben daher kaum etwas abbekommen. Natürlich ist es dort auch relativ warm, hohe Luftfeuchte und es geht kein Luftzug. Somit war ich binnen Minuten von Kopf bis Fuß nass geschwitzt. Unsere erste Begegnung mit heimischem Getier waren Riesenameisen die rund 3-4 cm lang sind aber sehr friedlich waren. Dann bekamen relativ bald die ersten Orang Utans zu Gesicht und die sehen tatsächlich aus wie auf dem Foto oder im Zoo. Ein paar schreiende Gibbons schwangen von Baum zu Baum und touristisch-naturverliebt beobachteten wir das treiben. Nach gefühlt Hunderten auf und abstiegen kamen wir in direkten Kontakt mit den Orangs. Obwohl sich die Guides und Einheimischen sehr viel Mühe geben die Tiere nicht zu Füttern, wissen die Orangs das wir essen bei uns haben. Somit packte eine Orang-Dame eine Freundin am Arm und ließ erst wieder los als die Guides ihr eine Banane zuwarfen. Nach dem kleinen Nervenkitzel stiegen wir weiter über Stock in Stein im Dschungel bis wir das Revier eines verhältnismäßig aggressiven Affen umrundet hatten. Auf einer kleinen Anhöhe gab es dann Mittagessen. Irgend so ein Nasi Goreng Zeug, was sehr sehr fein war. Frisch gestärkt haben wir dann die weiteren 3 Stunden Fußmarsch angetreten. Am Camp angekommen war ich echt am Arsch, 6 Stunden Berg auf, Berg ab durch den Schlamm mit diversen Tarzan-Klettereinlagen.  

Das Camp waren mehrere Holzverschläge mit Planen abgedichtet, aber das wars dann auch. Wobei ich mir auch etwas bescheuert vorgekommen wäre, mitten im Dschungel comfort zu genießen. Es blieb authentisch und das war auch gut so. Eine kleine Hütte diente als Küche mit offener Feuerstelle. Am Abend gab es dann indonesischen Dschungelfrass, welcher wirklich unglaublich gut schmeckte. Nachdem wir ausführlich unterrichtet wurden, was jetzt "very spicy", " really spicy" und "fucking spicy" war, schlungen wir im Kerzenschein das Essen herunter. Mit wissenschaftlicher Intention welches Gefühl im Mund bei "fucking spicy" wohl herrscht, wagte ich mich an besagte Kost. Es war sehr, sehr lecker aber das "fucking" war bei Gott nicht übertrieben. Jeglicher Besuch auf dem Abort sollte mich an den folgenden Tagen an dieses grandiose Mahl erinnern. Eine unruhige Nacht auf dem Holzboden und schmerzenden Gliedern steigerte nur die Vorfreude auf den alten LKW-Reifen den Fluss hinunter zu fahren. Davor noch ein kleiner Abstecher zu einem kleinen Wasserfall und dann machten wir uns langsam auf die Reise. Die 45 min Fahrt auf dem Fluss zurück zu Sams Bunglows waren unglaublich. Es war eine Schlucht mitten im Dschungel, links und rechts gingen die dschungel-bewachsenen Abhänge nach oben und boten ein Panorama das ich für lange Zeit wohl nicht mehr sehen werde. Das war sehr, sehr beeindruckend.


Wieder zurück bei Sam (Wir wissen nicht wer Sam ist, haben ihn nie gesehen, aber unsere Unterkunft hieß so), hatten wir dann noch zwei Tage um zu entspannen. Wir schlenderten durch den kleinen Ort und saßen Abends auf der Terrasse um uns bei Kartenspielen wie Busfahrer oder Ring of Fire zu messen. Grandioses Essen gab es immer und das auch noch echt extrem günstig.

Dauer: Mittwoch 30.04. bis Sonntag 04.04.
Flugzeit: 1 std 30 min
Kostet: ca 220€


 
  

Freitag, 9. Mai 2014

Perhantian Islands

Ja da war ich aus Bangkok zurück und nach dieser extrem dreckigen und stinkenden Stadt, zog es mich in die Natur. Ich wollt jetzt endlich mal türkises Wasser sehen und an weißem Stränden die Seele baumeln lassen. Nachdem hier alle Interns recht reisefreudig sind gibt es kaum Probleme Anschluss zu finden. Die Reise war sehr spontan und wir haben uns bewusst entschieden diese sehr planlos zu bestreiten. Nur Hinfahrt und Rückflug haben wir im voraus gebucht. Wir sind über die Grenze nach Johor Bahru und von da aus mit dem Nachtbus in den Norden Malaysias. Vor der Grenze hatten uns alle gewarnt, da Singapur und Malaysia nicht das beste Verhältnis haben, dauert es an der Grenze ewig. Es kam noch hinzu das Feiertag war am Freitag (Karfreitag, heißt hier Good Friday) war. Nachtbus fahren ist ähnlich wie Business Class fliegen, große Schlafsessel und generell viel Platz. 11 Stunden Busfahrt hat gerade mal 16€ gekostet. Aus dem Bus ausgestiegen, warteten direkt diverse Taxifahrer um uns zur Fähre zu chauffieren und das hat auch alles perfekt geklappt. Ähnlich wie in Bangkok sind alle ganz heiß auf Europäer bzw. deren Geld. Unsere Unterkunft war das Bungalow "House of the rising sin" im D'Lagoon. Wunderbar abgeschieden mitten im Jungle und nur ein paar Gehminuten von diversen Traumstränden entfernt. Leider aber auch weder warmes Wasser, noch Aircon, noch Klopapier, noch Alkoholika, Supermarkt etc....



Am Freitag lagen wir dann noch am Strand und als plötzlich ein alter, verstörter Deutscher uns gefragt hat ob wir den Creazy Monkey schon getroffen hatten. Ein Affe der regelmäßig Touristen beraubt und etwas aggressiv ist. Ihn sollten wir aber nie zu Gesicht bekommen. Am Abend wanderten wir zum Nachbarstrand (1std Fussmarsch auf einem Trampelpfad durch den Dschungel. Dort gab es dann elektronische Tanzmusik, Shisha und Kaltgetränke direkt am Strand. Die Heimfahrt mit dem Wassertaxi mitten in der Nacht war auch echt nerven aufreibend. Der Wellengang war recht hoch und unsere motorisierte Transportnussschale wackelte ordentlich. Am Samstag war dann 5 std Schnorcheln angesagt. Wie im Aquarium! Inklusive Haie, Wasserschildkröten etc... leider keinen Walhai gesehen das wäre echt zu beeindruckend gewesen. Anschließend waren wir extrem platt und es gab einen Mittagsschlaf in der Hängematte. Dann sind wir noch in Bungalow und da erwartete uns eine riesige Spinne mitten auf unserem Spiegel. Aber unsere englische Rugbyspielerin mit Pfadfindererfahrung war recht schmerzfrei mit dem Entfernen des Getiers. Am Abend noch eine Grillage die sehr entäuschend war, es gab sehr schlechte Beilagen zu absolut unspektakulärem Fisch. In Angst den Flug zu verpassen sind wir dann am Sonntag recht früh mit dem Boot zurück und dann von Kota Bahru über Kuala Lumpur heimgeflogen.

Dauer: Donnerstag 17.04. bis Sonntag 20.04.
Bus: ca. 11std
Flug: ca. 1 std 45 min
Kosten: ca. 250€
Festivität am Freitag abend
XXL Spinne im Zimmer
Gebetsbaum mit Wunschzetteln der Gläubingen
Irgend ne arschgeile Sau im Meer
Aussicht vom Balkon
Fischerboot
"Turtle Beach"

Bängkok

Hotel in dem Hangover 2 gedreht wurde
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Singapur kenn ich jetzt! Wie die Leute ticken, Stadt, Land und Fluss. Das ist auch alles ganz nett aber nach einer gewissen Zeit langweilt einen bekanntlich alles. Da diverse paradiesische Orte nur wenige Flugstunden entfernt sind, bin ich nun viel unterwegs. Meine Urlaubstage habe ich vermehrt, indem ich Sie hinten an meine Praktikumszeit anhänge. Also bin ich die erste Augustwoche noch hier beschäftigt. Daher rührt auch meine Schreibfaulheit, ich habe kaum Zeit da ich die Wochenenden meist unterwegs bin. Am Freitag wurde ich gefragt ob ich nicht bis Ende des Jahres hier arbeiten möchte. Naja, wenn mein Gehalt verdoppelt wird bleib ich bis Ende Oktober in Singapur! Aber die Verhandlung steht noch aus.

So, Bangkok 04.-06. April 2014
Der Flug ging recht spät am Freitag und wir waren so gegen 01:30 am Hotel. Daher war eine vernünftige Abendplanung auch dahin. Wir haben den nächstbesten Tuk Tuk Fahrer unser Vertrauen geschenkt und er chauffierte uns in einen Club. Natürlich hat er dafür eine Provision bekommen von den Clubbetreibern. Man kann sich nicht vorstellen, wie die sonst unorganisierten Thais organisiert sind wenn es darum geht den Touristen die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Aber da es wirklich sehr günstig dort ist, lass ich mich auch gern bescheißen. Der Club war unerwartet gut und ich habe es grandios gefeiert, dass man da noch drin rauchen darf und auf jedem 2. Tisch ne Sisha steht.

Nachdem wir uns elendig verlaufen hatten, sind wir am frühen Vormittag heimgekommen und nach üppigen 2 Stunden Schlaf ging es auf Sightseeing Tour. Buddha, Palast und Bootfahrt war ok, aber mehr auch nicht. Abends haben wir uns vorgenommen, die Bangkok Klischees näher zu inspezieren. Der Bezirk Nana ist bekannt für seine einschlägige, verruchte Gastronomie. Was soll ich groß erzählen wir waren in diversen Stangenbars und haben zum Mitternachtssnack mit Prostituierten ein paar geröstete Heuschrecken gegessen. Davor gabs im Restaurant ein Thai Curry, was mich sehr beeindruckt hat. Das beste Essen hier drüben gibt es immer noch bei den Thais. Naja um im Zuge unserer Unerfahrenheit sind wir dann auch wieder in den Club vom Vorabend gegangen. Was auch nicht schlecht war. Am Sonntag war ich dann leider etwas unfit, dennoch haben wir uns erfolgreich zum Flughafen gekämpft und sind wieder zurück nach Singapur.

Dauer: Freitag 04.04. bis Sonntag 06.04.
Flugzeit 2 std 40 min
Kostet: ca 350€


Größte Buddha der Welt
Bangkok Nightlife
"Reeperbahn"



Tuk Tuk